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Fledermausfund – der richtige Umgang mit den Tieren - Pressemitteilung - In den vergangenen Tagen wurden durch die Medien immer wieder Informationen über Tollwut und Fledermäuse veröffentlicht. Die Artikel haben zum Teil die Bevölkerung verunsichert und/oder einen irreführenden Eindruck vermittelt; etwa dass man alle aufgefundenen Fledermäuse beim Veterinäramt zur Untersuchung abgeben soll. Dies ist mit dem Artenschutz natürlich nicht vereinbar. In diesem Zusammenhang wurden wir nun verschiedentlich zur Stellungnahme aufgerufen. Die Pressemitteilung: Fledermausfund – der richtige Umgang Fledermäuse sind liebenswerte und nützliche Insektenfresser.
Sie sind auf den menschlichen Schutz besonders angewiesen, da sie bestandsbedroht
sind und ihre Quartiere häufig an Gebäuden suchen. Durch
die Öffentlichkeitsarbeit der letzten Jahre hat sich diese Einstellung
bei der Bevölkerung in weiten Kreisen etabliert. Einige Vorfälle
führen allerdings immer wieder zu Verwirrungen. So berichtete
das Tropeninstitut um die Pfingstzeit von einem Vorfall in Hamburg.
Eine Frau hatte eine hilflose Fledermaus gefunden und war gebissen
worden, nachdem sie das Tier aufgenommen hatte. Vorsorglich wurde die
Frau danach gegen Tollwut geimpft. Die Untersuchung der Fledermaus
auf Tollwut verlief tatsächlich positiv. Wir möchten daher den Anlass nutzen, auf den richtigen Umgang mit Fledermausfindlingen hinzuweisen. In diesen Tagen ziehen Fledermäuse in sogenannten Wochenstuben ihre Jungen groß. Diese Zeit ist nicht ganz ohne Risiken für die Jungtiere und ihre Mütter. Gerade im Sommer wird eine große Zahl alleingelassener oder verirrter Jungtiere sowie von der Aufzucht entkräfteter Mütter gefunden. Oft ruft das unbeständige, stürmische Wetter, wie wir es zur Zeit erleben, Nahrungsmangel bei den Müttern hervor, so dass viele Jungtiere zu Waisen werden. Meist machen diese Tiere dann auf den Unerfahrenen einen kranken Eindruck. Ihre Körpertemperatur haben sie abgesenkt, sie wirken lethargisch. Gleiches gilt im Übrigen auch für Katzenopfer und durch den Winter ausgezehrte Tiere im Frühjahr. Tollwut, besteht nun Grund zur Sorge? Der Fund toter oder hilfloser Fledermäuse lässt keinen Rückschluss auf eine etwaige Tollwuterkrankung zu – in Rheinland-Pfalz wurde bislang kein Fall bekannt! Generell besteht keine Gefahr für Menschen, an deren Haus die geschützten Fledermäuse in der Fassade oder im Dach siedeln. Auf diesem Weg wird keine Krankheit übertragen. Auch wenn Einzeltiere an Tollwut erkranken sollten, hat man üblicherweise keinen Kontakt zu ihnen. Sie kommen nicht auf die Menschen zu, sind nicht aggressiv und beißen nicht, so lange man sie nicht anfasst. Wer absolut sicher gehen will, sollte sofort einen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz verständigen. Diese haben Erfahrung darin, die Tiere und die Situation zu beurteilen. Auffällige verstorbene Tiere werden den Veterinärämtern zugeleitet. Wenn man eine hilflose Fledermaus etwa am Boden
oder auf dem Fensterbrett findet, sollte man sie mit Lederhandschuhen
oder hilfsweise einem Handtuch
o.ä. aufnehmen und zunächst in einem Baumwollsack verstauen,
den man gründlich verknotet (Fledermäuse sind Ausbruchskünstler!).
Wichtig ist in jedem Fall zu vermeiden, dass der verängstigte
Insektenjäger zubeißt, oder andere Verletzungen hervorruft.
Als nächstes sollte man sich so schnell wie möglich an den
Arbeitskreis Fledermausschutz wenden. Landesweit stehen Ihnen hier
kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Sollte dennoch ein Biss
erfolgen, suchen Sie umgehend einen Arzt auf und lassen sich vorsichtshalber
gegen Tollwut impfen. Tot aufgefundene Tiere bugsiert man am besten ohne sie anzufassen in ein Schraubglas oder eine Tüte und informiert den Arbeitskreis. Auch diese Funde liefern wichtige Hinweise auf die räumliche Verteilung unserer 20 einheimischen Arten. Fazit: Bei Funden, Fragen und zur Beratung bei Quartieren wenden Sie sich an den Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz: www.fledermausschutz-rlp.de
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Letzte Änderung: 01.07.2004 |