| Zerstörung der unterirdischen
Fledermausquartiere in Mayen und Niedermendig Wie
bereits geschildert, werden regelmäßig Teile der Gruben in beiden
Gebeiten verschüttet, andere Teile fallen dem Bergbau endgültig zum
Opfer. Auch wenn nur durch Zufall ein bislang abgeschlossenes
Untertagesystem einen weiteren neuen Zugang erhält, sind
mikroklimatische Veränderungen im gesamten System zu beobachten. Solche
Vorgänge können katastrophale Auswirkungen auf winterschlafende Fledermäuse
haben. Frostsichere Bereiche sind plötzlich dem Frost ausgesetzt;
winterschlafende Fledermäuse können nur eingeschränkt auf solche
Katastrophen reagieren. Der größte Teil der von uns vorgeschlagenen
NSG's unterliegt, unseres Wissens nach, dem Bergrecht. Geradzu klassisch
wird hier die Problematik Ökologie contra Ökonomie deutlich. Die
wenigen verbliebenen Bergbaufirmen wollen, ihrer Meinung nach zurecht,
weiter abbauen. Dass damit die Fledermausquartiere unwiederbringlich
zerstört werden, wird von dieser Seite nicht erkannt. Der volkswirtschaftliche Nutzen einer solchen Kulturlandschaft wird derzeit
leider gering bewertet, im Gegensatz zum wirtschaftlichen Nutzen für die
wenigen Grubenbesitzer. Dabei wird eine mögliche zukünftige
touristische Nutzung nicht beachtet.
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Die Störung durch
geologisch/historisch interessierte Menschen unter Tage während des
Winterschlafes der Fledermäuse ist ebenfalls eine nicht zu vernachlässigende
Bedrohung. Oftmals werden Fackeln oder Karbidlampen verwendet, mehrfach
wurden auch schon unter Tage Feuer gemacht. Diese offenen Feuer stellen
eine akute Gefährdung der Fledermäuse dar. Immer wieder bekommt man zu
hören: “Da, wo wir waren, gibt es keine Fledermäuse.” Auch wenn in
Mayen und Mendig tausende Fledermäuse überwintern, ist es nicht so, dass
sie jederzeit und für jeden offensichtlich sind. Auch wenn die Tiere
durch Besucher nicht gesehen werden, werden sie trotzdem gestört. Daher
gilt es zukünftig die Besucherströme noch mehr als bisher, zu lenken.
Wie in anderen
Untertagesystemen ist der Druck durch 'Höhlentourismus' sehr groß, überall
findet man Spuren von solchen Höhlenabenteurern, wie Essensreste,
Batterien, Pechfackeln etc. Die Schächte werden als 'Müllschächte'
genutzt, so finden sich unter Tage bis zu 10m hohe Müllberge, in denen
man neben giftigen Chemikalien und Fahrzeugen aller Art (Motorräder,
PKW's) allen denkbaren Zivilisationsmüll finden kann.
Durch
die Tätigkeit der Vulkanologischen Gesellschaft in Niedermendig, werden
vermehrt Führungen (auch im Winter) unter Tage durchgeführt. Unter dem
alten Vulkanmuseum wurde ein größerer Bereich mit elektrischer
Beleuchtung ausgestattet. Hier fanden sich in den vergangenen Jahren über
einhundert Fledermäuse. Nach der Installation und den gelegentlichen Führungen,
wird der beleuchtete (und damit geführte) Bereich nur noch von wenigen
Fledermäusen genutzt. Dieser unbeabsichtigte Vorfall zeigt, wie schnell
Fledermäuse von ihren über Jahrzehnten angestammten Hangplätzen
vertrieben werden können. Möglich ist, dass die Bereiche, die dann
nach einem weiteren Abbau übrigbleiben, nicht mehr groß genug sind, um
gleichzeitig den Interessen von Naturschutz und Tourismus zu genügen. |