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Im
Spätsommer (während des sogenannten “swarming”) kann man in Mayen
mit zwei 3 x 3m großen Japannetzen bis zu 600 Fledermäuse in drei
Stunden fangen. Nach unseren Populationsschätzungen können hier an
einem Abend mehrere tausend Individuen schwärmen. Dabei sind jeden
Abend unterschiedliche Gruppen in den Systemen anzutreffen. Möglicherweise
kommen während der Schwärmphase im August bis Mitte Oktober bis zu
50.000 Fledermäuse aus einem Umkreis von bis zu 300km zusammen.
Beringungsdaten aus den 50er und 60er Jahren aus Niedermendig und
aktuelle Untersuchungen an der Segeberger Kalkberghöhle sowie dem
Marburger Schloß sprechen für diese Vermutung. Im Winter findet man
z.B. in drei Stollensystemen in Mayen über 3500 Fledermäuse. Neben
einem Massenwinterquartier von Pipistrellus
pipistrellus (vermutlich zwischen 5.000 und 10.000, von denen wir
dann ca. 1200 Individuen sehen und zählen) finden sich mindestens 1500 Individuen anderer Fledermausarten zum Winterschlaf hier ein. Die
Dunkelziffer nicht auffindbarer Fledermäuse ist durch den
Spaltenreichtum und die zahlreichen Versteckmöglichkeiten in den
Stollen sehr groß. Die Größe und Unzugänglichkeit des Grubensystems
in Niedermendig machte bisher systematische Untersuchungen unmöglich.
Auch hier konnten wir weit über 1200 winterschlafende Fledermäuse (ohne
Pipistrellus pipistrellus)
nachweisen.
Von ca. 16.000 in den Jahren 1988-1995
im Winter gefundenen Fledermäusen im nördlichen Rheinland-Pfalz
entfallen allein über 4000 auf die beiden Systeme. In den letzten drei
Wintern konnten wir durch die intensiveren Untersuchungen allein die Hälfte
aller im Winter gefundener Fledermäuse in Rheinland-Pfalz in Mayen und
Niedermendig finden! Besonders die große Zahl gefundener Myotis
nattereri ist herausragend für den südwestdeutschen Bereich.
Die unterirdischen Mühlsteingruben in Niedermendig und das Mayener
Grubenfeld stellen in Ihrer Gesamtheit eines der bedeutendsten
Fledermausquartiere Mitteleuropas dar. Betrachtet man beide Quartiere
gemeinsam, so sind in der Bundesrepublik Deutschland keine weiteren
Fledermausquartiere mit einer nur annähernden Artenvielfalt und
Individuenzahl beschrieben. In Mitteleuropa sind nur sehr wenige
vergleichbare Fledermausquartiere bekannt. Die Bedeutung ist in der
engen Verbindung (nur 7 km Luftlinie) beider Quartiere zu sehen. Mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit besteht in der überragenden
Nutzung beider Quartiere durch die Fledermäuse ein enger Zusammenhang.
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